Liebe Fachschaften, liebe Medizinstudenten in der Bundesrepublik,
wie ihr vielleicht schon erfahren habt, ist unser Bundesland Schleswig-Holstein pleite. Die Empfehlungen zur Konsolidierung sehen – unter anderen ähnlich unerfreulichen Dingen – die Schließung der medizinischen Fakultät an der Universität zu Lübeck vor: Das bedeutet, dass ab dem Wintersemester 2011/12 keine neuen Medizinstudenten aufgenommen werden.
Von der Regierung wird das als „Einschmelzen“ eines einzelnen Studiengangs verkauft, praktisch bedeutet dies jedoch den Tod der gesamten Universität zu Lübeck, da die vier übrigen Studiengänge sehr eng mit der Medizin verknüpft sind und weniger als die Hälfte aller Studierenden stellen.
Zeitgleich ist auch die Privatisierung unseres Uniklinikums geplant.
Wir wehren uns gegen diese unhaltbaren Sparmaßnahmen in Gesundheit und Bildung!
Sieht man gerade auch auf die Art und Weise, wie die Landesregierung mit uns umspringt, kann man das nur als feige, berechnend und undemokratisch bezeichnen. Auch der Widerspruch zu aktuellen bundespolitischen Leitlinien, dass mehr Medizinstudienplätze in Deutschland entstehen sollen und gerade in die Bildung investiert werden muss, ist eklatant. Zudem sind wir uns alle der Problematik des Ärztemangels in Deutschland – gerade außerhalb der Ballungszentren, und dazu zählt Lübeck – bewusst. Besonders vor diesem Hintergrund erscheinen die Pläne der Landesregierung, unsere Uni zu schließen, noch um ein Vielfaches unverständlicher!
Vielen Dank sagen wir an dieser Stelle auch dem Vorstand der bvmd für das schnelle und deutliche Bekenntnis zum Erhalt unsere Fakultät! Schön ist es auch, dass uns viele Fachschaften schon ihre Solidarität zugesichert haben. Da wir von einigen von euch bereits angesprochen wurden, wie man uns noch helfen könne, finden sich im Folgenden noch ein paar Hinweise.
Wir würden uns daher sehr über eure Unterstützung freuen:
- Jede Solidaritätsbekundungen – gerade wenn sie aus anderen Teilen des Bundesgebiets kommt – hilft. Solltet ihr darüber hinaus Kontakt zu einflussreichen Persönlichkeiten haben, informiert sie und bittet auch sie um Hilfe.
- Tretet an eure Dekanate und Institute heran, macht sie auf unsere Lage aufmerksam und fordert sie auf, ähnliches zu tun!
- In Anhang findet ihr die offizielle Unterschriftenliste unsere Uni. Vielleicht könnt auch ihr bei euch Unterschriften sammeln. (Die Listen müssten bis zum 14.06.2010 wieder in Lübeck sein: FS Medizin der Universität zu Lübeck, Haus 24, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck.)
- Momentan bündeln wir alle Kräfte für den 16.06.: An dem Tag werden wir nach Kiel fahren und vor dem Landtag demonstrieren. Wie könnt ihr uns in dieser Hinsicht unterstützen? Wenn ihr Lust und Zeit habt, kommt!
Da das natürlich nicht für alle möglich ist, würden wir uns über Flashmop-Aktionen oder kleine Solidarisierungsdemos am 16.06. in euren Städten freuen. (Informiert uns über eure Pläne, macht Fotos und Videos und schickt sie uns.) Oder folgt dem Beispiel der Kieler Fachschaft und AStAs (s. Anhang) und malt uns Transparente, die wir dann mit zur Demonstration nach Kiel nehmen können.
Bei Fragen oder Rückmeldungen stehen wir euch gern zur Verfügung (mirja.mueller@medizin.uni-luebeck.de oder felicitas.kaehlitz@medizin.uni-luebeck.de). Weitere Informationen findet ihr auf unserer Internetseite www.luebeck-kaempft.de. Sie wurde extra für unsere Proteste eingerichtet und dient als zentrale Vernetzungsstelle: Über alle aktuellen Entwicklungen werdet ihr dort Auskunft findet. Es wäre uns ein Anliegen, wenn ihr die Seite möglichst weit verbreitet. Dort sind auch noch weitere Flyer und Plakate im Pdf-Format, u.a. mit dem Titel „Ich kämpfe für die Uni Lübeck“, zu finden.
Wir freuen uns auf eure Unterstützung und danken im Voraus!
Lübeck kämpft!
Mirja und Felicitas
FS Medizin Uni Lübeck
